Impressum
         Fahrradzone
Ge- oder Verbot 1. Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr sowie Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne der eKFV dürfen Fahrradzonen nicht benutzen, es sei denn, dies ist durch Zusatzzeichen erlaubt. 2. Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. 3. Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt. 4. Im Übrigen gelten die Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt Anmerkungen: Die Regelung ermöglicht den Straßenverkehrsbehörden, Fahrradzonen anzuordnen. Fahrradzonen stellen eine flächenmäßige Erweiterung der nur streckenmäßig anzuordnenden Fahrradstraßen dar und sollen der Sicherheit und Leichtigkeit des Radverkehrs dienen. Hinsichtlich der konkreten Anordnungsvoraussetzungen orientiert sich die Regelung an den für die Anordnung von Tempo 30-Zonen geltenden Bestimmungen.  Infolge der Abkehr von der generellen Innerortshöchstgeschwindigkeit kann es sich nur um Straßen handeln, die nicht Teil des Hauptverkehrsstraßennetzes sind, auf denen ca. 2/3 des innerörtlichen Verkehrs abgewickelt werden und bei denen es sich infolge ihrer Verkehrsfunktion zur Abwicklung des überörtlichen Verkehrs um klassifizierte Straßen oder wesentliche innerörtliche Verbindungsstraßen handelt. Wegen des fehlenden Sichtbarkeitsprinzips ist zur Verdeutlichung des Zonen- bewusstseins innerhalb der Fahrradzone in regelmäßigen Abständen das Zeichen 244.3 als Sinnbild auf der Fahrbahn aufzubringen. (dies wird voraussichtlich in der neuen VwV- StVO geregelt). Fahrradzonen dürfen sich nicht mit Tempo-30-Zonen überschneiden. Durch die ihnen zugedachte Wirkung zur Verkehrsberuhigung sowie zur Förderung des Radverkehrs werden die Anordnungsvoraussetzungen für Fahrradzonen denen von Tempo-30-Zonen gleichgestellt. Es ist damit zu erwarten, dass sie die künftige städtebauliche Entwicklung beeinflussen. Wann Fahrradzone ? Meine Empfehlung: Das Verkehrsverhalten in Fahrradzonen unterscheidet sich nicht wesentlich von dem in Tempo-30-Zonen. Es ist hierbei vor allem das Bewußtmachen, dass dem Radverkehr eine höhere Priorität eingeräumt wird als in einer Tempo-30-Zone. Vermutlich wird es kaum Fahrradzonen geben bei denen keine andere Verkehrsart zugelassen wird. Das war dem Verordnungsgeber wohl bewußt. Deshalb hat er sowohl in Verbindung mit der Fahrradstraße als auch in Verbindung mit der Fahrradzone ein einheitliches Zusatzzeichen geschaffen, welches den Kfz.-Verkehr dort zulässt. Eine Fahrradzone kann demnach z.B. in einem projektierten Neubaugebiet (anstelle der dort ggf. vorgesehenen Tempo-30Zone) angeordnet werden. Auch wenn es sicherlich Begehrlichkeiten geben wird, umfassend Fahrradzonen einzurichten, so rate ich von einer deratigen Vorgehensweise ab. Die Umrüstung kompletter Tempo-30-Zonen in Fahrradzonen wird allein schon von der Beschilderung sehr kostenintensiv. Darüber hinaus müssten vorhandene “30-Piktogramme” auf der Fahrbahn entfernt und durch Fahrradzonen Hinweise ersetzt werden. Wer Radverkehrsförderung im Sinne des schnelleren Vorankommens für Radfahrende erwirken möchte, sollte die Fahrradstraße oder den Radschnellweg wählen. Diese “Hauptverkehrsstraßen” für Radfahrende dürfen nämlich getrost durch Vorfahrtsbeschilderung bevorrechtigt werden. Damit der motorisierte Verkehr auch rechtlich gut auf Fahrradzonen vorbereitet st, wurde (analog zur Tempo-30-Zone) der § 39 StVO wie folgt angepasst: Damit die Verkehrsbehörden eine Rechtsgrundlage zur Anordnung von Fahrradzonen haben, wurde der § 45 StVO um einen weiteren Absatz ergänzt: § 45 Abs. 1i StVO Die Straßenverkehrsbehörden ordnen ferner innerhalb geschlossener Ortschaften, insbesondere in Gebieten mit hoher Fahrradverkehrsdichte, Fahrradzonen im Einvernehmen mit der Gemeinde an. Die Zonenanordnung darf sich weder auf Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes,-Landes- und Kreisstraßen) noch auf weitere Vorfahrtsstraßen (Zeichen 306) erstrecken. Sie darf nur Straßen ohne Lichtzeichen geregelte Kreuzungen oder Einmündungen, Fahrstreifenbegrenzung (Zeichen 295), Leitlinien (Zeichen 340) und benutzungspflichtige Radwege (Zeichen 237, 240, 241 oder Zeichen 295 in Verbindung mit Zeichen 237) umfassen. An Kreuzungen und Einmündungen innerhalb der Zone muss grundsätzlich die Vorfahrtregel nach § 8 Absatz 1 Satz 1 („rechts vor links“) gelten. Die Anordnung einer Fahrradzone darf sich nicht mit der Anordnung einer Tempo 30-Zone überschneiden. Innerhalb der Fahrradzone ist in regelmäßigen Abständen das Zeichen 244.3 als Sinnbild auf der Fahrbahn aufzubringen.
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